Juli 2026

21. Juli 2026
Der Monat des Suchens

Es gibt Monate, die sich nicht laut bemerkbar machen. Sie kommen ohne große Ereignisse, ohne dramatische Wendungen – und doch hinterlassen sie Spuren. Der Juli war für mich ein solcher Monat: ein Monat des Suchens, des Prüfens, des leisen Annäherns.

Ich habe wenig Spektakuläres zu berichten, aber vieles, das sich im Inneren bewegt hat. Und genau davon möchte ich euch erzählen.

 

Die Suche nach einer neuen Wohnung
Nach den ersten Monaten in meiner bisherigen Wohnung begann sich ein Gefühl zu regen – ein feines, aber hartnäckiges Unbehagen. Dinge, die auf den ersten Blick charmant wirkten, erwiesen sich im Alltag als unpraktisch. Und so begann ich, fast spielerisch, den Wohnungsmarkt zu durchstöbern.

Was als neugieriges Stöbern begann, wurde bald zu einer ernsthaften Suche. Ich stellte fest, dass ich für denselben Mietbetrag deutlich mehr Raum, mehr Struktur, mehr Alltagstauglichkeit finden könnte – und das sogar in ähnlicher oder besserer Lage. Für mich war klar: Ich wollte auf der Halbinsel Guanacaste bleiben. Die Wärme, das Licht, die Nähe zum Meer – all das ist mir inzwischen Heimat geworden.

Und dann geschah das, was beim Suchen manchmal geschieht: Ein Ort begann zu sprechen. Playa Potrero – eine halbe Stunde von Playa Grande entfernt – zeigte mir ein Objekt, das nicht nur auf den Fotos überzeugte, sondern auch im realen Licht des Tages. Zwei Besichtigungen, einige Gespräche, und plötzlich war da diese Gewissheit: Hier könnte ich ankommen.

Mehr Küche. Ein zusätzliches Schlafzimmer. Ein weiteres Badezimmer. Mehr Wohnfläche. Eine großzügigere Terrasse, auf der der Abendwind Platz hat.

Das neue Zuhause liegt im Residence Club „Flor de Pacifico“ an der Playa Potrero, einer ruhigen Anlage aus einzelnen Häusern, bewohnt von Reisenden und Auswanderern. Pool, Jacuzzi, Liegen – alles teilt sich freundlich unter den Bewohnern. Ein Ort, der Gemeinschaft zulässt, ohne sie aufzudrängen.

Playa Potrero – Ein Ort zum Durchatmen
Playa Potrero war einst ein Fischerdorf. Heute ist es eine kleine, sanfte Gemeinschaft aus Ticos und Menschen, die – wie ich – hier ein neues Kapitel begonnen haben. Die Bucht mit ihrem dunklen Sand, dem warmen Wasser und dem ruhigen Wellengang wirkt wie ein Versprechen: Hier darf man langsamer werden.

Wer mehr Trubel sucht, findet ihn in Tamarindo, Brasilito oder Flamingo – nur wenige Minuten entfernt. Doch Potrero selbst bleibt ein Ort, der nicht drängt, sondern einlädt.

Im August werde ich umziehen. Ein neuer Abschnitt beginnt. Hier noch einige Impressionen:

 

 

Die Suche nach einem Fahrzeug

Costa Rica hat ein dichtes Busnetz – eines der besten in Zentralamerika. Doch wer hier lebt, weiß: Zuverlässig heißt nicht schnell. Günstig heißt nicht bequem. Und weit verbreitet heißt nicht gut abgestimmt.

Die Fahrpläne sind ein Puzzle, die Straßen ein Abenteuer, und die Wege oft länger als gedacht. Kein Wunder also, dass viele Einheimische und Auswanderer ein Auto bevorzugen.

Doch Autos sind teuer. Sehr teuer. Importkosten, Transport, Nachfrage, kaum lokale Produktion – all das treibt die Preise nach oben. Selbst Gebrauchtwagen kosten oft Summen, die man aus Europa nicht gewohnt ist.

Ich begann also zu suchen. Und merkte schnell: Der Markt in Costa Rica spricht Toyota, Suzuki und Hyundai – nicht Audi, BMW oder Volkswagen. Ein Umdenken war nötig. Noch gelingt es mir nicht ganz.

Die Fahrt nach San José, wo die meisten Angebote stehen, ist ein kleines Abenteuer: 270 Kilometer, 5½ Stunden, kurvige Straßen, wechselnde Geschwindigkeitsbegrenzungen. Und das nur für die Hinfahrt.

So wurde mir klar: Der Kaufprozess wird länger dauern. Und deshalb habe ich meinen Mietvertrag fürs Auto verlängert.

Wie es weitergeht? Ich halte euch auf dem Laufenden.

 

Die Suche nach einer sinnvollen Alternative zur Freiwilligenarbeit

Ich wollte mich engagieren – für Natur, Kultur, Sport. Zwei NGOs standen im Fokus. Für mich war klar: Freiwilligenarbeit ist ein Geschenk der Zeit und Energie. Kostenlos, aus Überzeugung, aus Herz.

Doch die Realität zeigte sich anders. Beide Organisationen begrüßten meine Bereitschaft – allerdings nur, wenn ich zusätzlich 2.000 bis 2.500 Euro für zwei Wochen bezahle. Für Unterkunft und eine Mahlzeit am Mittag.

Die Unterkünfte: einfache Hostels, Mehrbettzimmer, Duschen auf dem Flur oder gar keine. Die Verpflegung: eine Mahlzeit am Mittag, Frühstück und Abendessen selbst zu organisieren.

Im Vergleich zum durchschnittlichen Monatsgehalt in Costa Rica wirkte der Betrag schlicht unverhältnismäßig.

Ich schlug vor, meine Arbeit kostenlos zu leisten und Unterkunft sowie Essen selbst zu finanzieren. Doch das wurde abgelehnt.

Der Eindruck blieb: Das Geld war wichtiger als die Freiwilligenarbeit. Und das ist für mich ein klares Nein.

Nun suche ich weiter – nach einer Alternative, die Sinn macht und Herz hat. Noch habe ich sie nicht gefunden.

 

Ein Wort zum Schluss
Zur besseren Lesbarkeit nutze ich in diesem Text nur die männliche Form. Bitte versteht dies so, dass sich alle Formulierungen liebevoll und respektvoll auf Menschen jeden Geschlechts beziehen. Alle sind in meinen Gedanken und Herzen gleich bedeutend.

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