20. August 2026

Pura Vida - Ein Monat ohne To-Do-Liste

Ui… in diesem Monat habe ich in meiner To‑Do‑Liste noch keine einzige Aufgabe abgehakt. Schlechtes Gewissen? Nein. Denn eigentlich habe ich gar keine To‑Do‑Liste mehr.

Mit jeder Woche gelingt es mir besser, das Pura‑Vida‑Gefühl nicht nur zu verstehen, sondern zu leben. In den Tag starten, ohne feste Planung. Sich treiben lassen, wie ein Boot in der Bucht von Potrero. Den Alltag füllen mit Gelassenheit, Dankbarkeit und einer Ruhe, die nicht laut ist, sondern tief. Das Hier und Jetzt schätzen. Probleme nicht zu groß werden lassen. Die Freude schützen wie eine kleine Flamme im Wind.

Die Gedanken, die früher so präsent waren – Was könnte ich heute machen? Welche Aufgabe wartet? Muss ich etwas planen? – sie rücken in den Hintergrund. Sie verlieren Bedeutung, Gewicht, Dringlichkeit.

Pura Vida ist kein Spruch.
Es ist ein Rhythmus.
Ein Lebensstil.
Ein Atemzug.

Und irgendwann, ohne es zu merken, beginnt man selbst, in diesem Rhythmus zu gehen.

Ein neues Zuhause: Playa Potrero

Der Umzug in mein neues Heim an der Playa Potrero ist nun erfolgt. Potrero, auf der Halbinsel Guanacaste an der Pazifikküste Costa Ricas, südlich von Playa Flamingo und der Marina gelegen, war einst ein kleines Fischerdorf. Heute ist es die Heimat einer freundlichen Gemeinschaft aus Ticos und Auswanderern, die die ruhige Atmosphäre und die besondere Lage dieser kleinen Stadt genießen.

Trotz aller Veränderungen hat Potrero seinen ursprünglichen Charme bewahrt: die Gelassenheit, die Nähe zum Meer, die leisen Gesten eines Dorfes, das seine Wurzeln nie verloren hat. Man spürt es, wenn man am Strand entlanggeht, wenn man die alten Boote sieht, die noch immer im Sand liegen, und wenn man die Menschen grüßt, deren Familien seit Generationen hier leben.

Die Stadt bietet alles, was man braucht: kleine Geschäfte, Restaurants, Bars. Wer Ruhe sucht, findet sie hier. Wer das Nachtleben möchte, fährt ein paar Minuten nach Tamarindo, Brasilito oder Flamingo.

Ein Relikt aus der "guten alten Zeit": Die Schule in Puerto Potrero

Ausblick von meiner Terrasse

Der Strand von Potrero

Die Playa Potrero ist ein ruhiger, schöner Strand mit weichem, etwas dunklerem Sand. Die Bucht ist geschützt, das Wasser warm, klar und meist sanft – ideal zum Schwimmen und Entspannen. Die Bucht zieht sich fast vier Kilometer entlang grüner Hügel und tropischer Pflanzen.

Und die Sonnenuntergänge? Spektakulär. Jeden Abend ein neues Gemälde.

Einer der Vorteile von Guanacaste ist die Vielfalt der Strände: weißer Sand, rosa Sand, schwarzer Sand – alles in der Nähe. Die benachbarten Strände Flamingo, Brasilito, Conchal und Coco gehören zu den berühmtesten des Landes.

Ein Schild, das man nicht erwartet

Apropos Strandspaziergang: Bei meinen ersten Erkundungen – sowohl in der Stadt (hier gibt es keine Dörfer, sind alles Städte) als auch am Strand – stieß ich am nördlichen Teil von Potrero auf ein Warnschild:

¡Cuidado! Cocodrilo.

Zuerst dachte ich an einen Scherz. Das Schild sah allerdings sehr echt aus. Zuhause angekommen, habe ich recherchiert.

Und tatsächlich: In den Stränden und Mündungsbereichen rund um Playa Potrero kann es gelegentlich zu Krokodilsichtungen kommen. Die Spitzmaul‑Krokodile wandern manchmal durch Flüsse bis an die Küste oder in die Nähe von Mangroven. Sie nutzen sowohl Salz- als auch Süßwasser und halten sich besonders gerne in Flussmündungen auf. Normalerweise meiden sie Menschen, können aber in Ufernähe oder flachem Wasser gefährlich werden.

Ein Monat ohne Aufgaben - und voller Leben

Das war es auch schon für diesen Monat. Schließlich bin ich in Rente und sollte nicht zu viel arbeiten.

Also: Pura Vida – und bis zum nächsten Bericht aus meinem Rentnerleben.